Tiergifte und Genomik: Tiergifte als Bioressource für neue Medikamente

Über 200.000 Tierarten produzieren Gifte, um sich gegen Feinde zu verteidigen oder ihre Beute zu töten. Bei diesen Giften handelt es sich meist um komplexe Gemische verschiedener Toxine, die im Verlauf der Evolution im Hinblick auf ihre Funktion optimiert wurden. Man schätzt, dass in den Giftdrüsen aller giftigen Tierarten zusammengenommen bis zu 20 Millionen verschiedene Moleküle produziert werden, von denen bis heute allerdings nur ca. 16.000 genauer untersucht wurden. Aktuell resultieren aus diesen Wirkstoffen 18 auf dem Markt befindliche Medikamente, weitere befinden sich in klinischen Studien. Damit sind Tiergifte eine kaum erschlossene Bioressource für die Entwicklung neuer Medikamente. Um ihre Erforschung zu beschleunigen, werden moderne genomische, transkriptomische und proteomische (Omics-) Methoden eingesetzt  und mit innovativen, bioinformatischen Werkzeugen kombiniert, um effizient und gezielt die in den Giftdrüsen der Tiere produzierten Toxine identifizieren und charakterisieren zu können.
Der Zoologe Andreas Vilcinskas ist Gründungsdirektor des im Aufbau befindlichen Fraunhofer-Instituts für Bioressourcen in Gießen und leitet das Institut für Insektenbiotechnologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er ist zudem beteiligt am LOEWE-Zentrum für translationale Biodiversitätsgenomik.

Die Vorträge finden um 19.15 Uhr statt.

Teilnahme über folgende Wege:

Via Teilnahme am Zoom-Veranstaltung: Diskussion ist über die Chatfunktion möglich – hierzu bitte bis spätestens 28.4., 18:00 unter https://www.senckenberg.de/de/anmeldung-vortrag-28-4/ anmelden, die Zugangsdaten werden dann kurz vor der Veranstaltung zugesandt.

Per Livestream unter www.senckenberg.de/live: keine Chatfunktion vorhanden. Keine Anmeldung nötig.

Per Livestream über den Senckenberg-Youtube-Kanal www.youtube.com/SenckenbergWorld: Wer mit eigenem YouTube- oder Google-Account eingeloggt ist, kann über die Chatfunktion kommentieren und Fragen stellen.

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