Ökologische Funktionen bioaktiver Naturprodukte aus Flechten   

Imke Schmitt

ZUSAMMENFASSUNG

Das Ziel dieses Projekts ist es, das biosynthetische Potential von lechtenbildenden Pilzen zu verstehen, Zusammenhänge zwischen Naturstoffprofilen und ökologischer Einnischung von Populationen zu erkennen, und das pharmakologische Potenzial von Flechtensubstanzen aufzudecken. Die Flechtensymbiose synthetisiert einen große Palette aromatischer Substanzen. Diese Naturstoffe schützen die langsamwachsenden Flechten vor Überwucherung oder Fraß, oder dienen als Sonnenschutz für die lichtempfindlichen Algen-Symbionten. Die hohe Anzahl von biosynthetischen Genen in den Genomen von flechtenbildenden Pilzen lässt vermuten, dass viele Naturstoffe aus Flechten, und ihre ökologischen Funktionen, derzeit noch unbekannt sind. Hier werden wir einen Ansatz der „reversen Ökologie“ verwenden, um Gene zu identifizieren, die durch Umweltparameter selektioniert werden. Biosynthesegene, welche sich in Populationen aus unterschiedlichen Klimaregionen stark unterscheiden sind Kandidaten für heterologe Expression und Charakterisierung. Parallel werden wir die natürlichen Naturstoffprofile von Populationen ökologisch stark differenzierter Standorten vergleichen. Wir werden isolierte Substanzen einem pharmakologischen Screening unterziehen.